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Friday, March 18, 2016
Thursday, February 5, 2015
Sunday, November 16, 2014
herta müller. herztier II. [invented worlds]
"Auch in der Stadt standen Maulbeerbäume. Aber nicht auf den Strassen draussen. Sie standen in den Innenhöfen. Und nicht in vielen. Nur in den Höfen alter Leute standen sie. Und unter den Bäumen stand ein Zimmerstuhl. Sein Sitz war gepolstert und aus Samt. Aber der Samt war fleckig und zerrissen. Und das Loch war von unten zugestopft mit einem Bündel Heu. Das Heu war vom Sitzen zusammengepresst. Unter dem Sitz hing es heraus wie ein Zopf. Wenn man bis zu dem ausgemusterten Zimmerstuhl ging, sah man dem Zopf noch die einzelnen Halme an. Und dass sie einmal grün waren.
In den Höfen mit Maulbeerbäumen fiel der Schatten wie Ruhe auf ein altes Gesicht, das auf dem Stuhl sass. Wie Ruhe, weil ich für mich selber unerwartet in diese Höfe ging und nur selten wiederkam. In dieser Seltenheit zeigte sich ein Lichtfaden, der schnurgerade aus der Baumspitze in das alte Gesicht fiel, eine entfernte Gegend. Ich sah an diesem Faden hinunter und hinauf. Mich fröstelte am Rücken, weil diese Ruhe nicht aus den Maulbeerästen kam, sondern aus der Einsamkeit der Augen im Gesicht. Ich wollte nicht, dass mich in diesen Höfen jemand sieht. Dass mich jemand fragt, was ich hier tu. Ich tat nicht mehr als das, was ich sah. Ich sah die Maulbeerbäume lange an. Und dann, bevor ich wieder ging, noch einmal das Gesicht, das auf dem Stuhl sass. In dem Gesicht war eine Gegend. Ich sah einen jungen Mann oder eine junge Frau diese Gegend verlassen und einen Sack mit einem Maulbeerbaum hinaustragen. Ich sah die vielen mitgebrachten Maulbeerbäume in den Höfen der Stadt. [...]
Was man aus der Gegend hinausträgt, trägt man hinein in sein Gesicht."
Müller, Herta. Herztier. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007.
In den Höfen mit Maulbeerbäumen fiel der Schatten wie Ruhe auf ein altes Gesicht, das auf dem Stuhl sass. Wie Ruhe, weil ich für mich selber unerwartet in diese Höfe ging und nur selten wiederkam. In dieser Seltenheit zeigte sich ein Lichtfaden, der schnurgerade aus der Baumspitze in das alte Gesicht fiel, eine entfernte Gegend. Ich sah an diesem Faden hinunter und hinauf. Mich fröstelte am Rücken, weil diese Ruhe nicht aus den Maulbeerästen kam, sondern aus der Einsamkeit der Augen im Gesicht. Ich wollte nicht, dass mich in diesen Höfen jemand sieht. Dass mich jemand fragt, was ich hier tu. Ich tat nicht mehr als das, was ich sah. Ich sah die Maulbeerbäume lange an. Und dann, bevor ich wieder ging, noch einmal das Gesicht, das auf dem Stuhl sass. In dem Gesicht war eine Gegend. Ich sah einen jungen Mann oder eine junge Frau diese Gegend verlassen und einen Sack mit einem Maulbeerbaum hinaustragen. Ich sah die vielen mitgebrachten Maulbeerbäume in den Höfen der Stadt. [...]
Was man aus der Gegend hinausträgt, trägt man hinein in sein Gesicht."
Müller, Herta. Herztier. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007.
Saturday, November 15, 2014
herta müller. herztier I. [invented worlds]
"Mit den Wörtern im Mund zertreten wir so viel wie mit den Füssen im Gras. Aber auch mit dem Schweigen. [...] Das Gras steht im Kopf. Wenn wir reden wird es gemäht. Aber auch, wenn wir schweigen. Und das zweite, dritte Gras wächst nach, wie es will. Und dennoch haben wir Glück."
Müller, Herta. Herztier. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007.
Monday, November 10, 2014
Thursday, November 6, 2014
Sunday, October 19, 2014
to kill a king. wolves. [songs]
Sunday, October 5, 2014
Sunday, September 21, 2014
Saturday, September 20, 2014
Tuesday, January 21, 2014
hiking and the magical tree. [travels]
two and a half years ago, my friend jess and i were hiking a trail along the coast near ucluelet and when we came across this tree we sat down a couple of feet away from it, enjoyed the sunlight that made its way through the branches and talked for quite a while. we talked about our dreams, our desire to break out of the confined space of everyday life, our shared dislike of the conventions that determine how we are supposed to live our lives and our (unconventional) hopes for the future. i like to think that this tree, magical, as it seemed to us somehow, is the keeper of the wishes it heard that day and that it will magically open up possibilities and new paths that we do not see yet but exist already.
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